Warum die Bibel abschreiben? ... und andere Geschichten.

"Das Licht fehlt!" - die Geschichte eines Bildes

Dieses Bild hat viele Menschen fasziniert. 

Es hat nicht nur eine unglaubliche Anziehungskraft sondern auch eine wahnsinnige Geschichte, wie es entstanden ist.

Hier gibt es die Geschichte zum Download.

Mathelehrerin mit einer Rechen- geschichte berufen???

oder ... 
Warum schreibt 
Antje Müller 
die Bibel ab?

Antje Müller erzählt.

Im August 2016 saß ich an meinem Schreibtisch. Ein großes kalligrafisches Projekt hatte ich soeben beendet. 

8 Banner mit den jeweils 4 Soli der Reformation, 6m lang, 1m breit, die Vorder- und Rückseiten jeweils handschriftlich beschrieben, lagen vor mir. Sie sollten zum 500. Jubiläum der Reformation in der Martinikirche Bremen und der Marienkirche Anklam aufgehängt werden. 

Wenn ich auch erleichtert über das geschaffene Werk war, in dem etwa 180 Stunden Arbeit pro Kirche und außerdem viel Herzblut steckten, wurde ich doch schwermütig, dass nun alles vorbei sein sollte. Wirklich vorbei? ,Was wäre denn, wenn ich die ganze Bibel abschreiben würde?', fragte ich mich.
 

 ,Wie lange würde ich dafür benötigen, wenn ich täglich 5 Verse abschrieb?' Meine Recherchen im Internet ergaben, dass ich für die gesamte Bibel etwa 17 Jahre benötigte. Das würde noch vor meinem Eintritt in den Ruhestand der Fall sein. ,Konnte es sein, dass es in der nächsten Zeit wieder irgendwelche Jubiläen gab, auf die ich hinarbeiten konnte?'

Wieder recherchierte ich und kam auf zwei Jubiläen: 2022 - das 500. Jubiläum der Übersetzung des Neuen Testaments durch Martin Luther und 2034 - das 500. Jubiläum der Übersetzung der kompletten Bibel in die deutsche Sprache durch Martin Luther und sein Team. Und wieder rechnete ich und stellte voller Erstaunen fest, dass alles genau aufging: Ich schreibe 5 Jahre lang 5 Verse des Neuen Testaments ab und erreiche dann, rein rechnerisch, das erste Jubiläum. Dann schreibe ich weitere 12 Jahre täglich 5 Verse des Alten Testaments ab und erreiche dann, rein rechnerisch, das zweite Jubiläum im Jahr 2034. Es kam alles genau hin. Konnte das ein Zufall sein? Hinzu kommt das für mich große Wunder, wie ich zur Kalligrafie kam (das ist eine andere Geschichte) und die Tatsache, dass ich genau 500 Jahre nach Martin Luther lebe. 

 Die eben beschriebenen Überlegungen, Recherchen und Berechnungen entstanden im Zeitraum von 10 Minuten. Und nun saß ich an meinem Schreibtisch voller Erstaunen, freudigem Entsetzen, heiligem Schauer. So viele Zufälle konnte es nicht geben. Für mich war dieser kurze Moment an meinem Schreibtisch ein Moment, den ich nie vergessen werde. Ich sehe alles genau vor mir. 
 

Für mich hat in diesem Augenblick Gott zu mir gesprochen und mir genau diesen Arbeitsauftrag gegeben: Schreibe die Bibel kalligrafisch ab!

Wie Antje Müller zur Kalligrafie kam

Antje Müller erzählt

 

 

Oft wird mir die Frage gestellt, wie ich zur Kalligrafie gekommen bin. Anfangs habe ich nur den einen Teil dieser Begründung erzählt. Erst später ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen, dass es eigentlich viel, viel früher losging, mit meinem Ruf an eine neue Arbeitsstelle, für mich ein großes Wunder. Von daher muss ich alles erzählen, Teil 1 und  2. 


 

Teil 1 - mein Ruf an eine andere Arbeitsstelle

2008: ich bin Teil eines wunderbaren Lehrerkollegiums einer christlichen Schule Bremens. In diesem Jahr leite ich dort kommissarisch die Oberschule, unterrichte Mathematik und Naturwissenschaften und habe eine eigene Gymnasialklasse. Seit einiger Zeit höre ich immer wieder dasselbe Bibelwort: "Lasset die Kindlein zu mir kommen und währet ihnen nicht, denn ihnen gehört das Himmelreich!" Erst als ich diesen Vers das 5. und 6. Mal höre, werde ich stutzig. Was hat das auf sich? Wo ich auch hinkomme, überall dieser Vers - in Gottesdiensten, Andachten, ... Ich höre ihn auch noch ein 7. und 8. Mal und das alles innerhalb von ca. 2 Monaten. 

An einem sonnigen Samstag im Frühjahr fahre ich mit meiner Familie "zufälligerweise " an einer kleinen Grundschule vorbei, umgeben von Grün, aus rotem Backstein, mit einer Inschrift auf der Giebelseite. Ich steige von meinem Rad ab und lese, was dort in Stein gemeißelt steht. Ich lese: "Lasset die Kindlein zu mir kommen und währet ihnen nicht, denn ihnen gehört das Himmelreich!" Wie vom Blitz getroffen stehe ich dort; die Steintafel an der Giebelwand strahlt mich an, unfassbar! Ja, ich bin getroffen, ich bin gemeint. Und dann überschlagen sich die Ereignisse. Ich recherchiere und stelle fest, dass dort eine Schulleiterstelle ausgeschrieben ist. Ich bewerbe mich. Ich muss diese Schule nicht von innen sehen. Ich muss mich nicht über die Gegebenheiten vor Ort informieren, muss nicht wissen, ob es andere Bewerber gibt. Für mich steht fest, Gott will mich genau dort haben.

Das Bewerbungsverfahren geht seinen Gang. Zwischendurch habe ich gezweifelt, ob ich wirklich die christliche Schule verlassen und an eine staatliche Schule wechseln solle. Aber genau in dieser Zeit des Zweifelns schickte Gott mir eine weitere Bestätigung. Mein damaliger Chef fragte mich und ich erinnere mich ganz genau an unseren Dialog: "Antje, woher willst du denn wissen, ob Gott dich dort an dieser Schule haben möchte, er wird es dir doch nicht in Stein geschrieben haben?!" "Doch!", sagte ich, "das hat er!" 


 

Teil 2 - wie ich zur Kalligrafie kam

2008: Ich bin Teil eines neues Kollegiums an einer, nein, an zwei Grundschulen im Bremer Süden. Ich leite diese beiden Schulstandorte.

An einem Schulstandort arbeitet eine Kollegin, die Kalligrafie betreibt. Ihre Werke sind so wunderschön, dass ich sie alle sorgfältig in einem besonderen Karton  verwahre. Immer wieder halte ich sie in den Händen und bestaune sie. 


 

Dezember 2014: Unser Kollegium sitzt kurz vor den Weihnachtsferien im Lehrerzimmer zusammen. Wir fragen uns, was wir machen, wenn unsere besagte Kalligrafie - Kollegin im kommenden Jahr in Pension geht. Wer schreibt dann all die wunderbaren Karten? Aus Spaß sage ich: "Ach, wisst ihr was? Dann fange ich mit dem Schreiben an." Wir lachen darüber und gehen jeder für sich in die ganz eigenen Ferien. In mir arbeitet es. 'Warum eigentlich nicht?', frage ich mich. Noch in den Ferien fange ich mit einfachen Übungen an und dabei erwischt es mich voll; ich kann nicht mehr aufhören.


 

Mit meiner Kalligrafie - Kollegin fahre ich an Wochenenden und in den Ferien zu zahlreichen Fortbildungen. Dabei führt sie mich an die national und international bekanntesten Kalligrafinnen und Kalligrafen heran. 


 

Ohne meinen Wechsel an diese Schule im Jahr 2008 wäre ich nicht zur Kalligrafie gekommen.


 

Ohne die Inschrift an der Wand wäre ich nicht zur Kalligrafie gekommen. Übrigens: Ist diese Inschrift nicht sehr kalligrafisch? 


 

Ohne das Hören des Bibelverses "Lasset die Kindlein ... "  wäre ich nicht zur Kalligrafie gekommen.

 

Und wahrscheinlich ging alles noch viel früher los: Mein Vater arbeitete damals in der Apotheke, beschriftete kalligrafisch die Arzneiflaschen, gestaltete ein wunderschönes kalligrafisches Plakat mit dem Apothekereid. Ich lernte u.a. bei ihm. Das Abitur / Studium wurde mir zu DDR - Zeiten aufgrund meines Glaubens und meiner Nichtzugehörigkeit zur kommunistischen Jugendorganisation FDJ vorerst nicht gestattet.


 

Zahnräder über Zahnräder, wohl ineinandergreifend, konstruiert von dem Meister aller Konstruktionen, Jesus Christus. 
 


 

Inschrift auf der Giebelwand.                                                                                                                                                                                                                                  Foto: Antje Müller

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